Rezension zu „Entführt – bis du mich liebst“ von Mila Olsen

 

Zum Buch:

  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 05.12.2015
  • Aktuelle Ausgabe : 05.12.2015
  • Verlag : CreateSpace Independent Publishing Platform
  • ISBN: 9781519704108
  • Flexibler Einband 420 Seiten
  • Kosten:

Unbegreiflich, realistisch und schockierend…
Der Buchtitel passt perfekt und das Buch ist ein Meisterwerk

„Nichts hasst Louisa mehr, als das Leben in dem winzigen Kaff Ash Springs, mitten in der Wüste Nevadas. Sie sehnt sich nach Spaß und Abenteuer. Als sie in den Ferien mit ihren vier Brüdern zum Campen in den Sequoia Nationalpark muss, trifft sie auf den geheimnisvollen Brendan. Ihr Schicksal nimmt eine dramatische Wende, denn Brendan ist keinesfalls zufällig am selben Ort. Akribisch hat er jeden Schritt von Louisas Entführung geplant. Er verschleppt sie in die Einsamkeit Kanadas, an einen Ort, an dem es nur Fichten, blauen Himmel, Wölfe und Hermeline gibt. Er sagt, sie wäre sein Licht in der Dunkelheit. Für Louisa beginnt eine Zeit voller Angst und Verzweiflung, in der sie immer mehr mit Brendans traumatischer Vergangenheit konfrontiert wird. Schon bald ist er für sie viel mehr als nur ihr Entführer. Mitgefühl, Zuneigung und Abhängigkeit vermischen sich und stürzen Louisa in ein tiefes Gefühlschaos“

Mit „Entführt – Bis du mich liebst“ hat Mila Olsen und psychologisch glaubwürdigen Roman über Stalking, Angst, Hilflosigkeit, Verzweiflung und Liebe geschaffen.

Der Schreibstil ist intensiv, düster und realistisch. Aus der Ich-Perspektive der 16jährigen Louisa erlebt der Leser ein Meer aus Gefühlen in dem jeder Tropfen eine andere Empfindung mit sich bringt.

„Er versteht nichts. Wie sollte er auch. Er wurde ja auch nicht aus allem herausgerissen. Wie soll er verstehen, dass ich weine, weil ich zu viel fühle. Weil ich keine Möglichkeit habe, etwas zu ändern“

Der Anfang des Buches fesselte mich mit einer schrecklichen Gewissheit, da der Klappentext bereits verrät was Louisa passieren wird. Es dann im Laufe des Buches mitzuerleben war schockierend und so gut geschrieben, dass es schien als ob ich persönlich anwesend war.

„Ich will nicht sehen wie perfekt er ist. Dass er alles durcheinander bringt, weil das Böse so makellos scheint. Ich will mich nicht daran erinnern, wie anziehend ich ihn anfangs gefunden habe, mit diesen dunklen, so auffallend dunklen Augen und dem unendlich tiefen Blick“

Ständig herrscht eine düster- bedrohliche Atmosphäre in der Louisa sämtliche Gefühle intensiv durchlebt. Irgendwann beginnen die Grenzen zwischen Gut und Böse, Entführer und Opfer, Hass und Liebe zu verschwimmen und Louisa stellt sich vor allem zwei Fragen: Darf man seinen Entführer lieben? Und wie gefährlich ist Brendan wirklich?!

„Ich will ihm vertrauen. Doch er ist mein Entführer. Einen Entführer muss man verachten. Der einzige Grund mich mit ihm zu beschäftigen, ist meine Flucht“

20160202_162146Die Hoffnung auf ein Happy End (wie auch immer das in diesem Fall aussehen mag) umklammerte mein Herz so sehr, das ich nicht mehr aufhören könnte zu lesen. Viele Fragen und Gefühle beschäftigen mich jetzt. Kann aus so einem Erlebnis tatsächlich Liebe werden oder ist es „nur“ das Stockholm- Syndrom? Gibt es auf diese Frage tatsächlich eine Antwort? Und wenn ja will man sie wirklich wissen?
Ich hatte Angst davor dieses Buch zu lesen, weil ich bereits ahnte das mich die Autorin durch ihren intensiven und ehrlichen Schreibstil komplett in ihre Geschichte hineinziehen würde, aber ich bin so froh diese einmalige Geschichte miterlebt zu haben. Ich liebe und hasse dieses Buch gleichermaßen, weshalb es mir wohl nie wieder aus dem Kopf gehen wird…

FAZIT:
Das Buch von Mila Olsen ist ein perfektes Meisterwerk, es ist komplett schlüssig geschrieben, gefühlsintensiv, mutig, tief berührend, aktuell  in der Themenauswahl und sensibel bei der Begleitung der Leser durch diese schöne aber auch schreckliche Geschichte zweiter Menschen.

Der passende Song zum Buch:

https://www.youtube.com/watch?v=1NDSP9dzk7g

PS: „Entführt – Bis du mich  liebst“ zeigt uns: Man sollte nie zu viele Informationen in öffentlichen Netzwerken über sich herausgeben. Viele Teile ergeben irgendwann ein Puzzle und ist dieses komplett, kann eine Person einfach alles über dich herausfinden. Wir Frauen sollten uns stets schützen, vernünftig sein und niemals die Folgen leichtsinnigen Handelns vergessen. Ein Trauma aus Verzweiflung  und Hilflosigkeit zu überwinden ist viel schwerer, als im richtigen Moment den Kopf einzuschalten.

Bewertung: 5/5 ♥♥♥♥♥

©Sandra251

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